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Warum ich kein Plan B habe

Es ist Abend, ich sitze seit halb sieben Uhr Morgens am Rechner. Langsam kehr Ruhe ein. Draußen ist dunkel, das Telefon hört auf zu Klingeln und das Radio läuft in der Küche ganz leise. Vor allem in der Vorweihnachtszeit haben wir alle aus der Marketingbranche kein Zeit für Erholung. Erst spät Abends kommen wir zur Ruhe. Na ja nicht alle und nicht immer. Die normale Arbeitszeit eines Freelancers beträgt Ø 14 Stunden am Tag.

Doch genau diese Jahreszeit sorgt in den stillen Minuten dafür, dass wir auch über das vergangene Jahr und über unsere Arbeit nachdenken.
Die meisten von uns wissen, dass in unserem Beruf viel mehr Schein als Sein existiert. Aber ein Vollblutmarketer, der ein Mal diese Luft geschnuppert hat, möchte ungern darauf verzichten. Bei uns geht es immer um den nächsten Deal, um den nächsten Pitch, um den nächsten Kunden. Als Freelancer ist es besonders extrem, denn du lebst wirklich von deinem Können und von deinen Kontakten.

Immer wieder frage ich mich, ob der Schritt in die Selbständigkeit richtig war. Ob ich das wirklich leisten kann, was ich mir vorgenommen habe. Ob es jemand gibt der es besser kann. Und ja, es gibt die Tage, meistens Montage, an denen ich an allem zweifle was ich tu. An meiner Arbeit, an meinem Beruf, an meiner Zukunft. Aber früher oder später stelle ich mir stets die selbe Frage: Warum habe ich kein Plan B?

Darauf gibt es nur eine Antwort: weil ich kein Plan B brauche.

Ich habe vor einigen Minuten be Facebook folgendes gepostet: Plan B ist für Menschen, die nicht 100% hinter ihrem Traum stehen, und bereits zu Anfang wissen, dass es schief gehen könnte.
Nicht viele werden dies bestätigen, und viele von euch werden Ausreden finden, warum dies so nicht stimmt. Sicherlich, ein Plan B gibt Sicherheit, ein Plan B macht es einfacher, weil man weiss, dass es immer eine Rettungskapsel geben wird, falls etwas schiefgeht.

Aber ich frage euch: Wenn ich ein Plan B habe, werde ich mich jemals so in mein Traum knien, wie ich muss, um erfolgreich zu werden?
Wenn ich weiss, dass ich jederzeit aussteigen kann, jederzet etwas anderes machen kann, ist es wirklich dann MEIN Traum? Oder ist es nur eine der Alternativen, welches das Leben mir bietet. (danke Guido für den Geistesblitz *lach*)

Viele von euch kennen mich persönlich und wissen dass ich sehr extrovertiert bin, selten jemand direkt auf Anhieb einem Namen zuordnen kann, dass ich manchmal wie ein zerstreuter Professor durch die Gegend laufe, und bevor ich einen Gedanken fertig formuliert habe, schon der nächste Geistesblitz erscheint (den ich meistens gleich loswerden muss – ich versuch mich aber zu bessern). Und viele von euch durften bereits meine, nennen wir es mal “andere” Art kennenlernen, wie ich manche Dinge angehe. Ich hasse die alteingetretenen Pfade. Ich mag keine Old-Economy, keine langen Entscheidungswege, kein Zögern und keine falsche Bescheidenheit. Ich lebe das, was ich tue. Ich reisse meine Klappe auf, ich will entscheiden und nicht nur dabei sein.

Die letzten zwei Jahre in Selbständigkeit waren wie eine Achterbahnfahrt, auf der man vergessen hat, eine Bremse einzubauen. Doch je länger ich dabei bin, desto mehr merke ich, das ist genau das was ich will. Ich will das Gefühl der Freiheit, obwohl man Gefangen ist. Ich will das Gefühl der Unabhängigkeit obwohl man anhängig ist. Die Rechnung dafür? Viel, sehr viel Arbeit, noch mehr Eigeninitiative, kaum Freizeit und jede menge durchgemachte Nächte.

Mein Traum ist klar definiert. Und ich gehe gerne das Risiko ein, kein Plan B für den Notfall zu haben. Denn was passiert wenn es Schwierigkeiten gibt? Plan-B Menschen geben leichter nach, sogar vielleicht auf. Die Anderen müssen sich noch mehr reinknien, neue Ideen finden, noch besser werden. Und genau DAS macht es für mich aus, warum man kein Plan B braucht, wenn man von einer Sache zu 100% überzeugt ist. Hier gibt es keine Grauzone. Nur schwarz oder weiß.

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