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Nehmen Gutscheine im Affiliate Marketing überhand? Teil2

Gestern habe ich den ersten Teil meines Beitrages darüber geschrieben, welche Auswirkungen aus der Sicht eines Advertisers der Übermaß an Gutscheinen im Affiliate Marketing bedeuten könnten.

Heute bekommt ihr den zweiten Teil zu lesen:

Richtige und falsche Lösungsansätze für den Umgang mit Gutscheinen und Gutscheinpublishern

Um mal vorzugreifen. Es obliegt stets und komplett dem Shopbetreiber wie er mit Gutscheinaktionen umgeht. Es liegt immer in seiner Hand, ob dies zu einem Erfolg oder zu einem späteren Fiasko wird. Es gibt keine Schuldzuweisung, denn einzig und allein der Shopbetreiber ist für seine Angebote verantwortlich.

Der befürchtete Imageschaden ist kaum gegeben, da kann man die Geschäftsführung beruhigen. In unserer heutigen Gesellschaft zählen Sonderaktionen zum üblichen und guten Ton im Onlinemarketing. Kein User wird auf Grund der Vielzahl der Gutscheine auf die Idee kommen, eine Marke als billig oder minderwertig anzusehen. Im Gegenteil, es gehört mittlerweile einfach dazu, solche Aktionen anzubieten. Teure Anschaffungen bleiben trotz Gutscheine teuer. Etablierte Marken überzeugen mittlerweile nicht mehr durch den Preis sondern durch Usybility und Service.

Programmbetreiber gehen mittlerweile her, und geben Gutschein-Publisher eine sehr stark dezimierte Provision, von Teils 50% der Normalvergütung. Dieses Verhalten kannte man bisher nur bei Postview-Partnern. Diese Art ist etwas kontrovers gedacht. Denn klar möchte man bei Angeboten, dessen Marge sich bereits durch den Nachlass reduziert wurde, nicht auch noch den Gewinn durch Provisionen schmälern. Doch was passiert, wenn Gutscheinpublisher weniger Geld für einen Sale bekommen? Sie werden anfangen, ihre Bemühungen um den User zu vervielfachen. Sie werden mehr Traffic auf die Seiten lenken, sie werden noch bessere SEO-Techniken entwickeln um noch öfters und prominenter auf den Ergebnisseiten der Suchmaschinen zu erscheinen. Die Begründung, dass damit Content-Seiten geholfen werden soll, besser bei Google zu ranken, ist Unsinn. Die Höhe der Provision eines Publishers wird die erreichte Platzierung bei Google & Co. kaum beeinträchtigen, es sei denn, der Publisher wird ob der geringeren Provision aufhören, dieses Programm zu bewerben. Der Glaube, ein Publisher verschwindet von der ersten Trefferseite, wenn ein User Gutschein+Produkt als Suchbegriff eingibt, ist ein Irrtum.

Auch der Versuch, Publishern ein no-follow-Link aufzubürden kann nur fehlschlagen. No-Follow? Das bedeutet, der Roboter der Suchmaschine wird verboten, den gesetzten Link zu folgen und zu sehen, welche Inhalte verknüpft wurden. Die Relevanz und die Gewichtung eines Links werden dadurch minimiert. Damit möchte der Advertiser wiederum erreichen, dass der Gutscheinpublisher weniger Relevant für die Markenkeywords wird. Dem Publisher bleibt hier meist nur eins. Er wird den Traffic, den er bereits aufsammelt kanalisieren und einem anderen Programm zuführen. Vergleichende Werbung ist ja mittlerweile erlaubt. Solche und andere SEO-Auflagen können nur eins bedeuten. Bei den momentanen 4.000 Partnerprogrammen im deutschsprachigen Raum gibt es genug alternativen, um Traffic gewinnbringend konvertieren zu lassen.

Gutscheine sind ein Marketinginstrument, um kurzfristig die Attraktivität eines Produktes oder einer Marke zu steigern. Hier sind stets das Angebot und die Nachfrage zu beachten. Ist eine (z.B. künstlich erzeugte) Verknappung zu verzeichnen braucht es weniger Sonderrabatte, als zu Zeiten von Angebotsüberfluss. Verknappung an sich erzeugt man übrigens alleine schon durch die zeitliche oder quantitative Begrenzung von Gutscheinen.

Gutscheine sollten stets zeitlich begrenzt sein. Eine ganzheitliche und zeitlich unbegrenzte Rabattierung erzeugt nicht eine ungewollt hohe Verbreitung von Gutschein-Angeboten im Netz, sondern verliert die Einzigartigkeit des Angebotes. Es ist stets vorhanden, also kann der User auch jederzeit darauf zugreifen. So verliert er den Kaufreiz.

Technisch gesehen gibt es mehrere Möglichkeiten, dem Gutschein-Wahn ein Ende zu bereiten. Eine gut konfigurierte Tracking-(Cookie-)Weiche kann zum Beispiel verhindern, dass Publisher an Sales mitverdienen, die bereits über eine Adwords-Anzeige generiert wurden. Auch eine Ausschlussklausel für Gutscheine, die nicht für Affiliate Marketing freigegeben wurden lässt keine Provisionierung von ungewollten Affiliate-Sales zu.

Eine etwas andere Herangehensweise stellt die mittlerweile heiß diskutierte Costumer-Journey-Vergütung dar. Hier sollen alle Teilnehmer, die an einem Sale mitgewirkt haben, anteilsmäßig an der Provision beteiligt werden. Dazu ist es notwendig, den für Affiliate Marketing typischen Last-Cookie-Wins-Modus abzuschalten. Die Frage allerdings ist stets die Gleiche. Wer profitiert zu wie viel Teilen an einem Sale? Wessen Zutun ist als der wichtigste Schritt beim Abschluss gewesen? Die Technologie für diese Art von Tracking bereits vorhanden, doch die Weichen für eine ganzheitliche Lösung wurden noch nicht geschaffen. Zukünftige Programme, die keine offenen Kanäle für ihr Partnerprogramm nutzen, können dies bereits in sogenannten privaten Netzwerken nutzen.

Die ich rief, die Geister! Ich werd‘ sie nicht mehr los. Aber wer sagt denn dass wir sie loswerden müssen? Wenn die Gesellschaft danach verlangt, sollte man dem User das geben was er will. Doch ist auch bei Gutscheinen ratsam, alles bedacht und kontrolliert anzugehen. Das letzte was uns allen hilft, ist die Bestrafung deren, die in unserem Auftrag Arbeit, Zeit und Geld investiert haben. Nur weil Programmbetreiber die Kontrolle verlieren und die Kunden gierig nach Angeboten sind sollten wir nicht die Partner verprellen, die in schweren Zeiten uns zu Umsätzen verholfen haben.

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