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Informationen über Affiliate Marketing

Durch meine Arbeit und jetzt durch meine eigene Affiliate Agentur merke ich es immer wieder. Programmbetreiber haben zum Teil eine falsche, oder gar überhaupt keine Vorstellung über Affiliate Marketing. Nicht nur Neukunden, sondern auch Bestandskunden haben meist Fragen, die ich hier in Kurzform beantworten möchte. Diese Zusammenstellung soll einen ersten Überblick verschaffen, um Programmbetreiber und solche die es werden wollen, mit ersten Informationen zu versorgen.

1. Was ist Affiliate Marketing?
Affiliate Marketing ist, trotz des irrenführenden Namens, kein Marketing- sondern ein Vertriebskanal. Natürlich bekommt man auch Reichweite durch die Einbindung der Werbemittel auf diversen Webseiten und es gibt auch Ansätze, diesen Kanal als kurzfristige (1-3 Monate) Kampagne für Image- und Brandbildung zu nutzen, allerdings eignen sich hierfür eher die neuen Social Marketing Kanäle.

Affiliate-, oder auch  Empfehlungsmarketing ist ein Vertriebsinstrument, um weitreichende Absatzmärkte für sich erschliessen zu können. Hierbei ist die Besonderheit, dass Affiliate Marketing zu 90% performanceorientiert arbeitet. Das bedeutet, dass erst bei einer erfolgreichen Vermittlung einer Anmeldung (Lead) bzw. einer Dienstleistung oder eines Einkaufs (Sale) eine Provision an denjenigen gezahlt wird, der dies vermittelt hat. Somit ist der Merchant (auch Advertiser oder Programmbetreiber) auf der sicheren Seite, erst dann eine Zahlungsleistung erbringen zu müssen, NACHDEM er dafür eine Gegenleistung erhalten hat.

2. Wie funktioniert Affiliate Marketing?
Meist treffen Advertiser und Publisher (auch Affiliates genannt) auf einer Plattform zusammen, das als Affiliate Netzwerk bekannt ist. In Deutschland gibt es 3 große und etliche mittelgroße und kleine Netzwerke. Die Größe unterscheidet sich meist auch in der Reichweite der einzelnen Netzwerke und der Anzahl der Publisher, die sich in diesem Netzwerk angemeldet haben. Hierbei ist zu beachten, dass ein Großteil der Publisher sehr wohl in mehreren Netzwerken sich anmelden.

Der Programmbetreiber bietet sein Partnerprogramm über so ein Netzwerk an. Dort kann der Publisher sich für das Programm mit seiner Webseite bewerben. Der Advertiser entscheidet, ob er die Anmeldung akzeptiert und damit zulässt, dass der Publisher sein Produkt bewirbt.

Der Advertiser stellt dem Publisher hierfür verschiedene Werbemittel in Form von Bannern (grafische Werbemittel), Textlinks und bei Bedarf auch Produktdaten (Datafeeds) zur Verfügung, was der Publisher für die Verbreitung seiner Werbebotschaft nutzen kann.

Kommt nun ein User über so ein Werbemittel auf die Webseite des Advertisers und führt eine Aktion aus, die dem Advertiser von Nutzen ist, erhält der vermittelnde Publisher eine Provision.

3. Woher weiss das Netzwerk wer was gemacht hat?
Hierfür muss der Programmbetreiber auf der sogenannten “Dankeschön-Seite” (Abschluss-Seite, ClickOut-Seite etc.) ein Zählpixel einbauen, das er vom Netzwerk zur Verfügung gestellt bekommt. In diesem Trackingpixel befinden alle relevanten Informationen, die das Netzwerk braucht, damit es dem jeweiligen Publisher die Aktion zuordnen kann.

4. Kommt Affiliate Marketing komplett ohne Vorkosten aus?
Nein, auch hier muss man ein Budget für die Erstellung eines Partnerprogramms zur Verfügung stellen.

5. Was kostet Affiliate Marketing effektiv?
Es gibt verschiedene Kostenfaktoren, die unter anderem bereits zum Start eines Affiliate Partnerprogramms entstehen.

  • Setup-Fee Netzwerk
    Je nach gewünschtem Netzwerk variieren die Setup Gebühren zwischen 5.000 EUR und 0,- EUR.
    Die Setupgebühr beinhaltet meist das Aufsetzen / Implementieren des Partnerprogramms in das jeweilige Netzwerk.
    Netzwerke können auch Nachlässe bei der Setup-Fee einräumen, zum Beispiel bei einem Exklusivvertrag
  • Monthly-Fee Netzwerk
    Leider noch nicht ganz ausgestorben ist die monatliche Gebühr bei manchen Netzwerken.
    Hierbei handelt es sich um eine feste Gebühr, die das Netzwerk erhebt, um eventuelle Betreuungskosten abzudecken.
    Diese Gebühr lässt sich zum Teil vermeiden, wenn ein sogenanntes Self-Managed-Programm aufgesetzt wird. Hier übernimmt der Programmbetreiber, oder eben die Agentur die komplette Betreuung, und das Netzwerk dient lediglich als Plattform ohne zusätzliche Dienstleistugen. Zum Teil wird die Monthly-Fee auch als Mindestumsatz gesehen, und wird mit den tatsächlich anfallenden Kosten verrechnet.
  • Netzwerk-Fee
    Die Netzwerkfee zählt zu den laufenden Kosten. Sie liegt regulär bei 30% der, an die Affiliates ausbezahlte, Provision.
    Zahlt der Programmbetreiber zum Beispiel 1.000 EUR an Publisherprovision im Monat aus, berechnet das Netzwerk für die Bereitstellung der Plattform und des Trackings 300 EUR. Hierbei liegen fast alle Netzwerke gleich auf, doch gibt es selten gewisse Ausnahmen.
  • Performancebasierte Publisherprovision
    Die Höhe und Art der Publisherprovision bestimmt der Programmbetreiber selbst. Hierbei kann es sich um einen Festbetrag (z.B. 2,- EUR für eine Newsletteranmeldung) oder um eine prozentuelle Beteiligung (z.B. 10% vom Warenkorbwert) handeln. Dies zahlt der Programmbetreiber an die Publisher bei einer erfolgreichen Vermittlung. Hier sind auch Mischmodelle möglich.

Sollten Sie mit einer Agentur zusammenarbeiten, kommen noch zusätzliche Kosten aus Sie zu. Hierbei erwägt der Programmbetreiber, ob sich ein Inhouse Programm rentiert. Denn sollten die notwendigen Ressourcen an Manpower und Know-How nicht vorhanden sein, ist es ratsam, hier auf die Erfahrung und Können eines externen Dienstleisters zurück zu greifen. Die folgenden Kosten sind allesamt Verhandlungssache und können nicht pauschalisiert festgelegt werden.

  • Setup-Fee Agentur
    Je nach Agentur müssen Sie für das erstmalige Aufsetzen des Partnerprogramms eine Setupgebühr bezahlen. Dies ist völlig unterschiedlich von der jeweiligen Agentur abhängig.
  • Mindestumsatz / Monthly Fee Agentur
    Wie bei den Netzwerken, ist auch bei einer Agentur meist ein Mindestumsatz bzw. ein monatlicher Beitrag zu leisten. Hierbei variiert die Höhe und die Verrechnung wiederum von Agentur zu Agentur. Affilex Affiliate Marketing erhebt fairerweise nur für die ersten 3 Monate eine Monthly Fee. Bei den meisten Agenturen wird dieser Monatsbeitrag mit den laufenden Provisionen (Werbemittelzuschuss) gegengerechnet. Somit bleibt Affiliate Marketing ein performanceorientierter Kanal.
  • Performancebasierte Vergütung Agentur
    Hierbei handelt es sich, genau wie bei den Affiliates um eine Vergütungsstruktur, die rein auf Erfolg basiert ist. Läuft das Programm gut, verdient die Agentur gut. Läuft das Programm schlecht, so wird auch die Agentur schlecht verdienen.
    Die Vergütung der Agentur ist hierbei Verhandlungssache. Sie kann ein Festbetrag pro Aktion, ein prozentueller Anteil am generierten Umsatz, oder auch ein prozentueller Anteil an der Publisherprovision sein. Genauso ist auch eine Mischkalkuation möglich (z.B. 1 EUR Pro Aktion plus 5% vom Warenkorbwert).
    Manche Programme zahlen auch eine fixe monatliche Vergütung für die Betreuung.

Zu all dem kommen sogenannte Sonderposten hinzu, was von Advertiser zu Advertiser verschieden ausfallen können:

  • Kosten für Werbemittel
    Sollten Sie nicht in der glücklichen Lage sein, eigene Grafiker an Board zu haben, müssen Sie die Erstellung der Werbemittel in Auftrag geben. Wenn Sie mit einer Agentur zusammenarbeiten, kann Ihnen die Agentur die Werbemittel erstellen lassen.
  • Bewerbung des Partnerprogramms
    Hierbei geht es nicht um Werbung für Ihre Produkte, sondern direkt um die Bewerbung des Partnerprogramms an sich.
    Sie versuchen mit diesen Aktionen Publisher für das eigene Partnerprogramm zu gewinnen, in dem Sie auf einschlägigen Seiten, die von den Affiliates häufig besucht werden, für Ihr Partnerprogramm Werbung schalten.
  • Publisheraktionen
    Da Sie stets präsent sein müssen, werden Sie auch regelmäßig unregelmäßig Publisheraktionen durchführen. Ziel solcher Aktionen kann die Reaktivierung von nicht aktiven Publisher sein, wie auch ein Anreiz für Affiliates, in kurzer Zeit mehr Vermittlungen zu erreichen.
    Art und Ausmaße solcher Aktionen sind stets im Ermessen des Programmbetreibers. Bei einer Zusammenarbeit mit einer Agentur, wird die Agentur selber dem Programmbetreiber solche Aktionen vorschlagen.
    Manche Programmbetreiber bieten Top-Affiliates sogar eigene Events an, um die Kommunikation und die Zusammenarbeit noch zu verstärken. Ich selber durfte als damaliger Agenturmitarbeiter und Ansprechpartner für die Publisher, an solch einem Event teilnehmen.
    Damals ging es mit Vodafone nach Schweden zum Hundeschlitten fahren.
  • Enduseraktionen
    Auch diese Kosten müssen bedacht werden. Hierbei geht es um Aktionen, um den Publisher die Möglichkeit zu geben, das Produkt noch attraktiver für den Endkunden anbieten zu können. Dazu zählen Gutscheine, Gewinnspiele oder auch kleine Give-Aways. Geradezu exzessiv betreibt Yves Rocher diese Strategie, und der Erfolg gibt dem Programm Recht.
  • Sponsoring
    Publisher-Meetings, sogenannte Stammtische sind eine willkommene Gelegenheit, direkt an den Affiliate heranzutreten. Solche Events müssen natürlich organisiert werden. Hierzu zählt auf die Verköstigung. Dies wird meist über Sponsoren bezahlt. Die meisten Sponsoren sind Partnerprogramme, Netzwerke oder Agenturen.

6. Welche Werbemittel benötigt man für den Start?
Grundsätzlich kann man von einem Starter-Set von etwa 8-10 Werbemitteln ausgehen. Die Zahl hierbei bezieht sich auf die verschiedenen Größen. Hier finden Sie eine Aufstellung der gebräuchlichsten Werbemittel, nach Art und Größe beschrieben.

7. Welche Publisher gibt es und welche sind für mein Programm geeignet?
Nicht jeder Publisher eignet sich für jedes Partnerprogramm. Hier finden Sie eine kleine Auswahl und Beschreibung der gängisten Formen, wie Affiliates arbeiten.

8. Wie lange läuft so ein Programm?
Affiliate Marketing ist kein kurzer Zeitvertreib. Sollten Sie sich entschliessen diesen Kanal zu nutzen, müssen Sie mit einer Mindestlaufzeit zwischen 6-12 Monaten rechnen.

9. Wird bei einer Kündigung des Agenturvertrages auch das Programm gekündigt?
Der wichtigste Punkt zum Schluss. Sollten Sie mit einer Agentur zusammenarbeiten, sind Sie trotzdem meist auch der Vertragspartnern bei den Netzwerken. Dies bedeutet, dass Sie unterscheiden müssen zwischen dem Vertrag mit der Agentur und dem Vertrag mit dem Netzwerk. Sollten Sie die Agentur nicht mehr benötigen, weil Sie zum Beispiel das Programm selber betreuen möchten, oder Sie wollen aus wirtschaftlichen Gründen die Zusammenarbeit mit der Agentur beenden, entbindet Sie das nicht von Ihren Pflichten dem Netzwerk gegenüber. Auch wenn Sie den Vertrag mit der Agentur kündigen, müssen Sie die gesonderte Kündigungsfrist der Netzwerke beachten. Sie müssen, bis zur Beendigung des Partnerprogramms, für die entstandenen Kosten wie Publisherprovision und Netzwerkfee aufkommen.
Die Kündigungsfrist bei den Netzwerken variiert von 1-12 Monaten.

Natürlich ist jedes Partnerprogramm für sich individuel zu sehen. Die oben aufgeführten Punkte sollen eine grobe Übersicht geben. Natürlich sollten sich Programmbetreiber speziell auf ihr Affiliate Partnerprogramm zugeschnitten beraten werden. Sollte jemand sich weiter über das Thema Afiliate Marketing informieren wollen, kann ich gerne meine Dienstleistungen anbieten. Weitere Informationen finden Sie auf www.affilex.de

4 Antworten to “Informationen über Affiliate Marketing”

  1. Tibor sagt:

    Oh, dann sollte ich vielleicht die Begreiffserklärung doch noch hinzufügen :)

  2. Pascal Ladda sagt:

    Herr Bauer, Hut ab, super erklärt das ganze, zwar versteht wieder kein einziger Laie die Fachbegriffe ergo wäre eine Übersetzungslegende am Ende jetzt das “i” Tüpfelchen gewesen, aber man kann nicht alles haben, weiter so. ;)

  3. Tibor sagt:

    Kickback gibt es immer noch in verschiedenen Variationen. Allerdings bezieht sich diese Rückvergütung weniger auf die Merchants als auf die Agenturen.

    Das typische Kickback-Programm gab es ja von Google, was leider abgeschafft wurde.

  4. kicker sagt:

    hab das wort “kickback” gar nicht gefunden im artikel? gibt’s sowas wohl gar nicht, was?

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