Zur Suche auf die Lupe klicken search
top

Haftungsfrage bei Affiliate Netzwerken

In jüngster Zeit häufen sich leider die Brandbidding- und Adhijacking-Fälle im Affiliate Marketing. Ich selber habe erst vor ein paar Tagen einen Publisher bei Zanox rausschmeissen müssen, weil er sich illegal bereichert hat. Hätte man ihm im ersten Moment gar nicht zugetraut, schliesslich hatte der Publisher ja ein sehr gutes Ranking im Netzwerk.

Wenn man so einen Publisher rausschmeisst, stellt sich natürlich auch jedes Mal die Frage, ob man bereits bezahlte Provisionen zurückholen könnte. Und meist muss ich meinen Kunden die Antwort geben: nein. Denn wir können bereits bezahlte Provisionszahlungen nicht so extrem genau nachverfolgen um herauszufinden ob sie legal oder illegal erwirtschaftet wurden. Sprich, wir können dem Frauder keine vorherigen Betrugsfälle nachweisen.

Doch genau just in dem Moment erfahre ich von einem Mitarbeiter, dass er diesen Publisher bei einem anderen Programm vor mehr als einem Jahr lokalisiert und rausgeschmissen hat. Das Netzwerk wurde dort bereits in Kenntnis gesetzt, doch kam keine Reaktion zurück. Jetzt, nach über 14 Monaten macht genau dieser Publisher den gleichen Mist bei meinem Partnerprogramm.

Anscheinend hat das Netzwerk hier gar nichts getan. Hätte es nämlich sich um die Info gekümmert, wären meinem Kunden keine Kosten für den Publisher, aber auch keine Kosten für das Netzwerk entstanden. Momentan enteht aber eher der Eindruck, dass dies das Netzwerk nicht interessiert.

Nachdem ich diesen Publisher nun nämlich vor einigen Tagen auch rausgeschmissen und an das Netzwerk gemeldet und um eine Rückinfo gebeten habe, passierte nichts.

Meine offenen Fragen

  1. Wie sollte nun die Haftung in solchen Fällen aussehen? Ist es nicht das Verschulden des Netzwerks, und auch gewissermaßen ein Teil des unternehmerischen Risikos, wenn gemeldete Fraudfälle offensichtlich ignoriert werden?
  2. Wäre hier der Advertiser nicht im Recht, die Provision für Fraudpublisher, oder aber wenigstens die 30% Netzwerkgebühr zurück zu verlangen? Zumal nachweislich bereits auf den Betrugsfall und auch direkt auf den Publisher vor Monaten schon aufmerksam gemacht wurde?
  3. Was tun Netzwerke eigentlich wenn sie solche Meldungen bekommen?
  4. Wie schützen sie die Interessen Ihrer Advertiser?
  5. Gibt es von Seiten der Netzwerke auch für die Merchants lückenlos beweisbares und nachvollziehbares Fraud Protection?
  6. Oder brauchen wir gar hier zusätzliche Richtlinien und erweiterte AGB’s, die die Rechte (und auch den Geldbeutel) des Advertisers in solchen Fällen wahren?

Über eure Kommentare freu ich mich.

5 Antworten to “Haftungsfrage bei Affiliate Netzwerken”

  1. Matthias sagt:

    Hi Tibor,

    zunächst möchte ich noch eine Lanze für die Netzwerke brechen, die wirklich aktiv und umfassend gegen Betrüger vorgehen. Ja auch diese soll es geben.

    Zu dem Betrugsfall: Zum einen handelt es sich hier ja um einen Straftatbestand, den man auch auf anderen Wegen geltend machen kann. Und zum anderen gibt es da auch noch den Tatbestand der Beihilfe. Und dies sollten sich die Netzwerke, die nicht so “sauber” arbeiten, überlegen, ob sie sich nicht dahingehend mitschuldig machen, wenn sie einen bekannten betrüger weiter machen lassen, im besseren Wissen.

    Es müsste halt mal jemand das ganze tatsächlich vors Gericht bringen…..

  2. Tibor sagt:

    Genau darum geht es ja, mal die Frage zu stellen und damit eventuell einige wichtige Schritte einleiten. Momentan muss ich dir Recht geben, ist die Sachlage nur zu klar. Advertiser der Arsch, Frauder freut sich solange er nicht erwischt oder rausgeschmissen wird, Netzwerk kassiert fröhlich weiter.

  3. Martin sagt:

    Ich bin kein Anwalt aber m.M.n. stehen die Chancen schlecht bis ganz schlecht.

  4. Tibor sagt:

    Nun ja… es gibt immer wieder auch positive Beispiele…

    Allerdings heisst es im Umkehrschluss für dich, dass die Netzwerke IMMER fein raus sind?

  5. Martin sagt:

    Hallo Tibor,

    ich finde es schön, daß Du noch an das Gute glaubst! Aber leider kommst du damit hier nicht besonders weit. ;)

    Das Thema SEM-Fraud ist recht komplex und jeder Merchant ist gut beraten, wenn er klare Regeln im Netzwerk bzw. in einer zusätzlichen AGB fest verankert. Nur somit hat er eventuell einen rechtlichen Anspruch gegenüber dem Affiliate.

    Das Netzwerk wird keinen Affiliate aus dem Programm werfen solange dieser relevante Umsätze bringt. Da bist du bzw. der Kunde auf sich selbst gefragt.

    Für deine Agenturarbeit empfehle ich eine interne Blacklist von unerwünschten Brandbidder-Accounts. Dann kann sowas zumindest nicht wieder passieren.

    Viele Grüße aus Leipzig

Trackbacks/Pingbacks

  1. Affiliate Auslese Februar 2013 | Online Marketing Agentur (Projecter GmbH) - […] weitere wichtige rechtliche Frage wird auf kolumne24.de gestellt. Hier geht es darum, ob und wenn überhaupt wer in welchem …
  2. Sind Affiliate Netzwerke betrugsresistent? | Kolumne24.de - [...] im Betrugsfall. Natürlich wird dieses Problem bei jeglicher Möglichkeit angesprochen und Kritik fällt in vielerlei Form auch auf die …

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

top
Lesen Sie weiter:
Daniel’s OM-Rückblick KW38

Entschuldigt die Ver...

Schließen