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Drei Trigger, von denen Onlineshops in der Corona-Zeit profitieren.

Man kann es kaum anders nennen, das Onlinegeschäft boomt. Sind durch Corona einige Verticals auf Grund der Reisebeschränkungen „kaputt“ gegangen, erlebt der Rest der Onlinewelt einen regelrechten Boom.

Warum? Weil die Menschen mehr Zeit zu Hause verbringen. Mehr Zeit bedeutet mehr Zeit vor dem Rechner. Mehr Möglichkeiten. Einfach, schnell, sicher.

Aber was sind die wirklichen (psychologischen) Gründe, dass auf einmal viel mehr Online eingekauft wird? Dass manche Onlineshops bereits zum Halbjahr ihre Jahresplanung erfüllt haben?

Es sind genau drei vorrangige Gründe. Drei Trigger, die dafür sorgen, dass die Menschen ihr Kaufverhalten während der Corona-Krise so radikal geändert haben.

  • Zwang
  • Frust
  • Belohnung

Erfolgsfaktor I: Zwang

Durch den Lockdown, aber auch durch unsere eigenen Ängste waren wie die letzten Monate dazu gezwungen, unsere Wohungen und Häuser nur im äußersten Bedarfsfall zu verlassen. Auch der Zwang zur Maskenpflicht und dem Mindestabstand hat für die meisten Menschen den täglichen Gang zum Lebensmittelhändler oder in die Shoppingmall vermiest. In dieser Zeit haben wir gelernt, wie wir alltägliche Bedarfsprodukte, Hygieneartikel und Hausbaumaterialien, aber auch frische Lebensmittel online erwerben können. Da wir auch kaum noch Essen gehen konnten, haben wir uns online das Essen ins Haus liefern lassen. Diese Zeit haben viele stationäre Händler die Vorteile eines Onlineshops entdeckt.

Durch den staatlichen aber auch gesellschaftlichen Zwang wurde der Traffic von Offline auf Online geswitcht.

Erfolgsfaktor II: Frust

Der Frustlevel der Gesellschaft stieg von Woche zu Woche, je länger die Ausgangsbeschränkungen galten. Abstandsregeln, verbotene Treffen von Freunden und Familie. Fehlende soziale Kontakte. Schlange stehen VOR Geschäften, in denen man tagein tagaus früher problemlos sich bewegen konnte. Das Unwohlsein beim Tragen der Masken. Die Kurzarbeit oder gar der Jobverlust. Existenzängste bei Selbständigen, Unsicherheit bei Risikogruppen… es gab und gibt viele Faktoren und Ereignisse die in uns ein Frust entstehen lassen, die wir, gerade wegen Corona, nicht direkt durch Sport, Spazierengehen, Kneipenbesuch oder sonstige Aktivitäten draußen sorgenfrei abbauen lassen können.

Was bleibt also? Genau! Frustshopping! Im Internet stöbern. Nach Produkten für das eigene Hobby suchen, nach einem Guten Buch, einer besonders wertvollen Flasche Wein, schönem Schmuck oder Unterwäsche, nach neuen Computerspielen, Technik-Gadgets, Verschönerungen für Haus und Garten… nach irgendwas, was uns (wenigstens für einen kurzen Moment) ein gutes Gefühl gibt. Etwas auf was wir uns freuen können. Etwas was unseren „tristen“ Alltag wieder etwas heller und freundlicher macht. Also ab ins Internet und los geht’s mit dem Lustkauf!

Erfolgsfaktor III: Belohnung

Belohnung spielt in unserem Leben, ja direkt in unsere Psyche eine sehr hohe, fast existenzielle Rolle.

  • „Ich habe eine harte Zeit hinter mir – jetzt gönn ich mir was“
  • „Ich hab eine ganze Woche ohne Zucker durchgehalten – jetzt kauf ich mir ne Cola“
  • „Ich hab mit dem Rauchen aufgehört – jetzt kauf ich mir was schönes“
  • „ Ich wurde verlassen – ich muss mich für meine Tapferkeit belohnen“

Solche und ähnliche Sätze kennt jeder von uns. Für ein negatives Ereignis ist es ein Ausgleich. Für ein positives Ereignis eine Wertschätzung.

Das gilt aber auch für andere Menschen (manchmal auch für Haustiere) in unserem Haushalt.

  • „Du hast aber schön dein Zimmer aufgeräumt!“
  • „Du hast echt toll gelernt!“
  • „Du warst wirklich tapfer beim Zahnarzt“
  • „Danke dass du die Waschmaschine repariert hast, Schatz!“

Zu normalen Zeiten könnte man das Belohnungssystem nach draußen verlagern, Ein Eis essen gehen, Kinokarten verschenken, zu Essen einladen, mit Freunden spielen lassen, unbeschwert ein Traumwochenende verreisen oder einfach nur eine lockere Shoppingtour starten. In der Corona-Zeit war/ist das aber entweder extrem erschwert, extrem unangenehm, mit zu vielen Hürden oder Aufwand verbunden oder schlicht und einfach nicht möglich. Das Gefühl aber, sich selbst oder die Kinder, den Partner oder Freund zu belohnen, bleibt aber. Daher nutzt man die erste und leichteste Möglichkeit – das Internet. Da wird dann kräftig nach Lust und Laune für den fleissigen Sohnemann, dem ehrgeizigen Göttergatten oder der besten Freundin die es geschafft hat 10 Kilo abzunehmen eingekauft.

Aber was genau bedeutet das jetzt für uns Onlinemarketer?

Ganz einfach. Wenn uns klar ist, warum Menschen gerade in der jetzigen Zeit online einkaufen, sollten wir in unserer Werbekommunikation umdenken und passend zur aktuellen Zeit und zu den aktuellen psychischen Bedürfnissen der Kundschaft unsere Werbebotschaften senden. Typische Trigger wie Angst, Sicherheitsdenken, Verknappung etc. funktionieren sicherlich weiterhin, doch sollten wir die Faktoren, die zur Zeit erheblich die Umsatzschraube nach oben drehen nicht vernachlässigen.

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