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Die Wahrheit über Affiliate Marketing 3 – Contentseiten

Oh wie ich es liebe, wenn Advertiser auf die Schnapsidee kommen, alles abzuschaffen und nur noch auf Content zu setzen. Content ist King! Content bringt SEO-Relevanz! Content ist toll!

In diesen Momenten lehne ich mich zurück, nehme mir Popcorn und Cola und warte ab. Warte darauf ob der Advertiser nun sich selbst ins Knie schießt oder ob er es mit Hirn und Herz umsetzt.

Contentmarketing im Affiliate funktioniert – nur bedingt. Die Grundidee an sich, Produktrelevante Seiten zu finden und mit diesen Seiten auf Affiliate Basis zu kooperieren ist nicht schlecht. Aber von der Idee bis zur Umsetzung liegen Meilen und mindestens einige Tonnen Steine im Weg.

Falsch aufgesetzt ist Content-Affiliate-Marketing nur reine Googlemasturbation. Dient lediglich dazu, dass der Marketingleiter oder der Chef des Shops sich toll fühlen. Natürlich ist es toll für einen Jeans-Shop, auf diversen Fashionblogs gelistet zu sein. Aber bringt das tatsächlich auch was? Was muss beachtet werden, damit ein Fokus auf Content-ist-King-Affiliate-Marketing funktioniert?

Zahlen & Fakten

Die durchschnittliche Conversionrate, also die Umwandlungsrate von Werbemittelanzeige zu Klick und von Klick zu Sale beträgt in der Regel 1%.

Das bedeutet, ich brauche 100 Bannereinblendungen für ein Klick und ich brauche 100 Klicks für ein Sale. Ergo 10.000 Bannereinblendungen für ein Sale. Für alle, deren Conversionrate höher ist: Glückwunsch! Dann einfach dementsprechend umrechnen!

Was bedeutet das aber? Genau! Ein Blogger oder eine Contentseite braucht 10.000 (10k) Bannereinblendungen um ein Sale zu generieren. Und die meisten Einzelseiten schaffen das nicht.

Versteht mich nicht falsch, ich finde Contenseiten toll und mega wichtig. Aber hier gilt es, wie beim Thema Gutscheine, alles mit Köpfchen machen!

Content kostet!

Wer wirklich gutes Contentmarketing im Affiliate zelebrieren möchte braucht:

  • Zeit
  • Manpower
  • Faire Vergütung
  • Cookieweiche

Du brauchst Zeit!

Es gibt keine wirklich großen Themenseiten / Blogger mehr, die rein auf Affiliate Basis ihr Content anbieten. Aber es gibt massenweise kleinere Webseiten die wahnsinnig gut für bestimmte Keywords aufgestellt sind und daher Mehrwert für den Advertiser bieten, sollte er dort geführt werden. Über die Masse der Seiten lassen sich auch Umsätze generieren. Aber um ein Pool an Themenseiten zu integrieren und aufzubauen braucht es Zeit. Um wirklich gute Kontakte zu knüpfen, um eine richtige Partnerbeziehung herzustellen und um relevante Zahlen liefern zu können wir sicher ein langer Atem benötigt, stellt man sich ausschliesslich mit diesem Publishermodell sich auf. Und wenn ich „langen Atem“ sage, meine ich mindestens ein Jahr Vorarbeit an Akquise, an Kommunikation und Überredungskunst!

Du brauchst Manpower!

„Das mach ich selbst!“ „Das macht unser Azubi nebenbei.“ „Da haben wir eine Halbtagskraft die bisschen Webseite und so macht.“

Oh wie oft ich solche und ähnliche Sätze gehört und abgekotzt habe. Denn der zweite Satz danach war meistens „Wir haben das mal getestet aber Affiliate ist nichts für uns. Funktioniert nicht!“

Natürlich funktioniert es nicht, wenn man sich nicht darum bemüht. Hier hat der Advertiser zwei Möglichkeiten. Er setzt entweder jemand Vollzeit für das Thema Affiliate Marketing ein. Kostet definitiv einen Arbeitsplatz, denn Affiliate macht man nicht mal schnell so nebenbei.

Oder er beauftragt einen externen Spezialisten oder eine Agentur um die Arbeit zu übernehmen. Diese sitzen vielleicht nicht 8 Stunden am Tag am Programm, aber das müssen sie auch nicht. Sie sind bereits so weit, dass sie die wichtigen Hebel kennen und effektiv in wenigen Stunden um Monat mehr erreichen können, als ein fester Mitarbeiter in Vollzeit. Die Arbeit muss erledigt werden und zwar zeitintensiv und professionell.

Du brauchst eine faire Vergütung!

Contentseiten haben ein großes Problem, warum sie Affiliate normalerweise nicht so mögen. Das last-Cookie-wins-System. Denn solange die meisten Verkäufe über Gutscheinseiten erfolgen, werden in den häufigsten Fällen die Cookies der Themenseiten im letzten Moment überschrieben. Hier hilft entweder ein Attributionsmodell oder eine Cookieweiche mit der die Provisionszuordnung gesteuert werden kann. Auf jeden Fall muss es eine Möglichkeit gegeben werden, dass der Content-Publisher, soweit er an einem Sale beteiligt ist, dafür auch eine (gesonderte) Provision erhält. Ansonsten wird es kaum möglich sein, einen wirklich guten Blogger davon zu überzeugen ohne zusätzliche Kosten als Publisher zu arbeiten.

Übrigens ist es mittlerweile auch möglich, eine Sonderart des Attributionsmodells in einem Netzwerk zu fahren. In diesem speziellen Fall kann der Advertiser eine zusätzliche (Bonus-)Vergütung an ein Publisher (in dem Fall Content) zahlen, wenn dieser an der Costumer Journey beteiligt ist. Finde ich eine geile Idee!

Du brauchst eine Weiche!

Wie genau sortierst du dein Traffic? Woher weißt du, wer woher kommt? Wie erkennst du, aus welchem Kanal du den meisten Traffic erhältst? Und wie steuerst du die Provisionsausschüttung nach Kanal? Das kannst du nur alleine durch eine Tracking- oder Cookieweiche. Dieses kleine technische Hilfswerk sorgt dafür, dass du deine Kanäle besser erkennst, dass du Regeln aufstellen kannst, wer wann an der Vergütungsstruktur beteiligt ist. Und das hilft dir fairer und vor allem bezahlbarer deine Affiliateaktivitäten zu steuern. Und übrigens… solltest du Google-Tag-Manager nutzen, ist die Implementierung einer Trackingweiche gar nicht so schwer.

Als Zusammenfassung kann ich sagen: Content Marketing funktioniert im Affiliate Marketing nur, wenn du bereit bist, die notwendigen Grundvoraussetzungen dafür zu schaffen. Du brauch einen mittleren bis langen Atem, du brauchst Ressourcen in Manpower und Technik, aber schlussendlich kannst du mit Content-Publisher viel erreichen.

3 Antworten to “Die Wahrheit über Affiliate Marketing 3 – Contentseiten”

  1. Tanja Jung sagt:

    Ich gebe dir Recht. Ein guter Content bedarf viel Aufmerksamkeit, Geduld und wenn man nicht so viel Zeit zum Schreiben hat auch viel Geld. Ich würde aber generell am Anfang empfehlen, selbst zu schreiben.

  2. Jessi sagt:

    Hi Tibor,

    schöne Artikelserie – gut zusammen gefasst und bringt vieles auf den Punkt. 🙂

    GLG
    Jessi

  3. Barbara sagt:

    Hallo.

    Stimme dem voll und ganz zu. Content im Affiliate um Traffic zu erzeugen braucht große Ressourcen und Strategie. Das macht man nicht mal eben Nebenbei. Und wenn doch, führt es nicht zum Ziel.

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