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Die Wahrheit über Affiliate Marketing 1 – Postview und Retargeting

Ich weiss nicht, wieviele Affiliate Manager, Online Manager und sonstige Player im Affiliate Marketing alleine in Deutschland es gibt. Was ich weiss, dass viele von Ihnen falschen Vorstellungen, urbanen Legenden und verkehrten Sichtweisen unterliegen. Gerade auf Entscheiderebene, in der Geschäftsleitung (Advertiser) oder in der Teamleitung (Agenturen / Netzwerke) ist es ineffektiv mit Halbwissen und verkehrten Wahrheiten zu hantieren. In diesem Artikel versuche ich einige dieser Punkte etwas näher zu erleuchten.

1.Postview ist nicht böse!

Was ist überhaupt Postview? Postview ist das Gegenteil von Postklick und bedeutet schlichtweg das Setzen eines Affiliate-Cookies ohne einen direkten Klick auf ein Affiliate Link.

Gleichzeitig bedeutet Postview aber auch eine Banner- oder TKP-Kampagne auf CPO bzw. CPL Basis.
Dies bedeutet, dass du im Affiliate Marketing eine Imagekampagne mit „massenhafter“ Bannerauslieferung starten kannst, ohne ein riesiges Budget für TKP oder Klicks ausgeben zu müssen. Die Auslieferung dieser Kampagne ist so lange kostenlos, wie ein Sale oder ein Lead entsteht.

Wie wird Postview gewertet? Es gibt zwei Punkte die zu beachten sind.
a) Die Cookielaufzeit eines Postview-Cookies beträgt in der Regel max. 3 Tage. Für einen Mindesterfolg der Kampagne benötigt ein Retargeter in der Regel aber mindestens 24 Stunden.
b) Die Wertigkeit eines Postview-Cookies ist IMMER geringer als die Wertigkeit eines Postclick-Cookies (also eines Cookies, der beim Klicken auf ein Link/Werbemittel gesetzt wird). Das bedeutet, dass ein PVC einen PCC niemals überschreiben kann, umgekehrt es aber immer geht.

Übrigens… es gibt Marketer, die der Meinung sind, PV ist schlecht, dient nur dem Abgreifen von Cookies und Sales, die ohne diesen Kanal sowieso zustande gekommen wären. Diese Programme haben oft eine allgemeine Klick-Cookielaufzeit von 90 bis gar 360 Tagen. Das bedeutet im schlechtesten Fall, dass ein User der vor einem Jahr auf einen Affiliate Banner geklickt hat und durch Zufall ein Jahr später im Shop einkauft, für den Publisher eine Provision generiert. Diese Marketing sind aber nicht bereit, für Markenbildung und Retargeting eine PV-Laufzeit von 1 Tag zu genehmigen.

Postview bringt Sichtbarkeit im Netz und sorgt für eine Imagekampagne auf CPO Basis. Dies kann kein anderer Kanal abbilden außer Affiliate Marketing.

2. Retargeting geht nicht ohne Postview! (oder fast nicht)

Was ist Retargeting? Wenn User von deiner Shopseite verschwinden, sind sie für dich erstmal unwiederbringbar weg… außer du betreibst Retargeting. Dann markierst du jeden User auf deiner Webseite, der es ohne etwas zu Kaufen (oder eine andere gewollte Aktion auszuführen) verlässt. Später suchst du nach diesen Menschen im Netz, indem du Retargeting-Werbemittel auf jenen Seiten ausspielst, auf denen der (z.B. deutsche) User zu 99% Wahrscheinlichkeit auftauchen wird. Also sowas wie Amazon, Bild.de, GMX, Ebay oder die großen News- und Community-Seiten. Und wenn der User auf so einer Seite gefunden und auf Grund der Markierung identifiziert wurde, bekommt er das Produkt oder den Shop als Werbemittel angezeigt, welches er die letzten Tage sich angesehen hat. So holt der Retargeter die User zurück auf deiner Webseite.

ABER!!!! Diese Platzierungen auf diesen Seiten kosten Geld! Und diese Kosten trägt der Retargeter selbst. Daher muss er eine Möglichkeit finden, diese Kosten soweit zu optimieren, dass er aus dem Kosten-Provisionsverhältnis leben kann. Und das macht er mit Postview. Denn nur alleine durch das Setzen von PV-Cookies bei der Anzeige einer Werbung kann er die Reichweite erzeugen und bezahlen.

Publisher die behaupten, ohne Postview Retargeting anbieten zu können (und auch kein WKZ dazu brauchen) finanzieren dies durch andere Arten… meist du unerlaubtes Cookie-Dropping oder andere illegalen Methoden!

3. Retargeter sind kein Bannernetzwerk!

Retargeter arbeiten alle nach demselben Prinzip. Sie nutzen RTB (Real Time Bidding) um auf Anzeigeplätze zu bieten, um ihre Banner setzen zu können. Zusätzlich haben die meisten Retargeter auch ein eigenes „private“-Kontingent an Webseiten, mit denen sie Vereinbarungen über Exklusivvermarktung haben. Sie sind aber kein Bannernetzwerk der wahllos auf tausenden von Seiten eigene Banner ausspielt. Sie können steuern auf welchen Seiten Werbung angezeigt wird.

4. Retargeter ist nicht gleich Retargeter

Trotz dem Aufschrei, den ich mit meiner nächsten Aussage produzieren werde, gibt es in meinen Augen nur eine Handvoll akkreditierte Retargeter, die sich bewährt und durch saubere Arbeit einen festen Platz und einen guten Ruf in der Affiliate Welt gesichert haben.

  • Advanced Store (Marc Majewski)
  • Ingo Kamps
  • Kupona (Hendrik Seifert)
  • Targeting360 (Rene Roth)
  • The Reach Group (Agentur und Publisher zugleich)

Natürlich gibt es noch weitere Retargeting-Anbieter. Aber die sind entweder zu Jung um automatisch als vollwertiger und verlässlicher (und vor allem sauberer) Partner zu gelten, oder sie haben in der Vergangenheit einige „Böcke“ geschossen und sind gerade dabei, die Fehler der Vergangenheit auszubügeln (z.B. Cookiedropping auf der Advertiserseite bei jedem Refresh der Seite)

Zusammenfassung:

Retargeting ist mit eine der wichtigsten Kanäle im Affiliate Marketing. User kommen nicht von alleine wieder, haben sie mal beschlossen, die Seite zu verlassen. Dafür brauchen sie eine Animation… und das bietet durch die CPO-Basierte Postviewtechnologie eines Retargeters. Schon seit langem machen Retargeter neben Gutschein- und Cashback- bzw. Loyalty-Seiten den Hauptumsatz im Affiliate. Ohne Postview bekommt ihr diese Dienstleistung nur gegen ein WKZ. Es obliegt euch zu entscheiden, ob ihr Affiliate Marketing als reines 1:1 Abverkaufkanal seht, oder die Weitsicht habt Affiliate Marketing als das zu betrachten, was es ist: ein Multiplikator und Aufwerter im Gesamt-Marketing-Mix.

Und ein letztes Wort: verdammt nochmal, wenn ihr es bisher nicht getan habt, dann besorgt euch endlich eine Tracking- oder Cookieweiche!

PPS: Sollte dir beim Lesen des Artikels die meisten Begriffe und Abkürzungen nicht geläufig sein, dann melde dich bei mir. Ich gebe Workshops und Grundlagenschulungen im Affiliate Marketing. 😊

2 Antworten to “Die Wahrheit über Affiliate Marketing 1 – Postview und Retargeting”

  1. Tim Batkowski sagt:

    …ach ja: bei aktivem PostView werden wertvolle Informationen gesammelt, die nicht zuletzt für den Advertiser hoch brisant sein sollten.
    Neben den Daten, wann und wo auf ein Banner geklickt wurde, ist die gesamte Kette der User-Journey ersichtlich, da eine direkte Verknüpfung zwischen einem Einkauf und dem gesamten Verlauf des Users im Zusammenhang mit Werbemaßnahmen hergestellt werden kann.
    Man erhält Antworten auf die Fragen:
    Wann und auf welchen Seiten hat sich ein User bewegt, als ihm Banner gezeigt wurden (andere Interessen des Users)?
    Wie viel Zeit liegt i.d.R. zwischen einer Bannereinblendung und dem dazugehörigen Kaufabschluss?
    Welche Banner/Werbebotschaft führt eher zur Conversion?
    Wieviele Werbe-Einblendungen benötigt es im Durchschnitt, bevor ein User zum Käufer wird?….

    Daten, die m.E. einen erheblichen Mehrwert am Markt bringen.

  2. Tim Batkowski sagt:

    Danke Tibor, gut strukturiert erklärt, diese doch nicht ganz einfache Thema.

    Gerne möchte ich dieses noch ergänzen:

    PostView ist ein Abrechnungs- bzw. Vergütungs-Modell zur Refinanzierung des Traffics.
    Jeder View der ausgesteuert wird, hat einen Gegenwert.
    Ein Publisher ist der Dienstleister, der für diese Kosten i.d.R. in Vorleistung geht und sie auf irgendeine Art und Weise dem Advertiser weiter-berechnen muss (inkl. seiner Dienstleistung). Dafür könnte man bspw. auch einen TKP zzgl. oder inkl. Handling-Fee aufrufen. Warum aber nicht dynamisch mit den Erfolgen des Kunden an den ausgesteuerten Kampagnen wachsen und so das Budget und damit die Aussteuerung ebenfalls dynamisch wachsen lassen; sprich auf Performance-Basis abrechnen?!
    Die Performance eines Publishers misst sich an der, auf Basis von Daten-Analysen und Algorithmen, zielgerichteten Aussteuerung von Werbemitteln – und hier endet die Dienstleistung.
    Ob ein User auf das Banner klickt, hängt von vielen Faktoren ab, die ein Publisher nicht mehr in der Hand hat: die Stimmung des Users, die Intention des Besuchs der Seite auf der ausgesteuert wird, das Werbemittel selbst und die jeweils beworbenen Marken und Produkte, etc.pp.. Zudem auch noch zu ’steuern‘, dass ein User nach einem Klick kauft bzw. konvertiert, ist ein Ding der Unmöglichkeit – für den Publisher – nicht für den Shop-Betreiber/Advertiser.
    Ab der Aussteuerung (nach bestem Wissen und Gewissen) übergibt der Publisher den damit erreichten User/potenziellen Kunden vertrauensvoll in die Hände des Advertisers (resp. seiner Agentur).
    Somit heißt die Währung VIEWS.

    Kunden kaufen nicht linear und bewegen sich in den seltensten Fällen linear und logisch durchs Netz. Ein Publisher berücksichtigt dies, erhebt Statistiken, macht Auswertungen, testet aus; und erreicht den User da, wo er am wahrscheinlichsten konvertiert, um wiederum seinem Kunden Kunden zu liefern – für mehr Wachstum beim Advertiser.
    Somit ist das optimalste Abrechnungsmodell POSTVIEW.
    …um dynamisch mit-wachsen und die Kampagnen stetig dem Wandel des Marktes anpassen zu können.

    Das schließt übrigens sämtliche anderen Abrechnungsmodelle nicht aus – man sollte sich nur die Frage stellen, wie sinnvoll/logisch das jeweils gewählte Modell ist. Bei Fragen sprich doch einfach mal ganz offen mit dem Publisher Deines Vertrauens darüber – gemeinsam findet man immer die beste Lösung!

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