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2009 – Ein Jahr für Gutscheine?

Wirtschaftskrisen, Rezession, Bad Bank, Konjunkturschwäche… alles Schlagworte, die uns allen nur zu gut bekannt und geläufig sind. Wie ich bereits in einem anderen Artikel beschrieben haben, haben diese Ereignisse auch bereits zu einem Teil ihren Weg in das Affiliate Marketing gefunden.

Doch auch in Zeiten schlechter Konjunktur erlebt performanceorientiertes Marketing im Internet seine Blütezeit.
Denn wie ein altes Sprichwort sagt: Deim einen Leid, des anderen Freud. Und so zieht eine Sparte an lädierten Partnerprogrammen von Banken und Glückspielen vorbei: Gutscheinseiten.

Schon seit einiger Zeit lässt sich beobachten, wie diese Seiten wie Pilze aus dem Boden schiessen. Es vergeht kein Tag, an dem nicht eine neue Publisheranmeldung für eines der Programme eingeht, die sich mit Gutscheinen befasst.

Und das mit gutem Recht, würde ich sagen. Denn nichts lockt in Zeiten von schlechtem bis sogar negativem wirtschaftlichen Aufschwung besser, als Incentives, die dem Endkunden einen gewissen Vorteil beim Einkaufen verschaffen. Seien es Rabatte, die prozentual vergeben werden, Versandkosten, die erlassen werden oder einfach nur Einkaufgutscheine, die, meist gekoppelt an ein Mindestumsatz, für Kaufanreize sorgen und so den Umsatz im Internet-Business ankurbeln. Unlängst haben die Programmbetreiber gemerkt, dass durch Gewähren eines Preisnachlasses, eher ein Kunde zum Kauf überzeugt werden kann, als lediglich durch heruntergesetzte Preise, die nicht als solche gekennzeichnet sind. Davon profitieren nicht nur alte Hasen wie Torsten von coupons4you, Frank von melsungen-online oder Falko von gratis-butler. Denn die meisten Rabattaktionen sind nicht personalisiert und können als Gutscheincode auf jede Seite gebracht werden. Schon längst gehört das Eintragen in fremde Gutschein-Email-Verteiler und Gutscheincode-Hijacking zum guten Ton, auch wenn dies von den eigentlichen Seitenbetreibern natürlich ungern gesehen werden. Zum Teil zählt hier nur noch der Vorteil, wer wann ein Gutschein auf seine Seite bringen kann.

Apropos personalisierter Gutschein:
Die Anfragen häufen sich. Jede Gutscheinseite versucht natürlich etwas einzigartiges in die Hände zu bekommen. Ein Code, eine Vereinbarung, was andere nicht kopieren können. (Für die Newbies: schaut mal z.B. HIER) Und in gewisser Weise ist das auch verständlich und nachvollziehbar, soweit die Reichweite eines Gutscheinbetreibers eine gewisse Größe erreicht hat.
Aber sind Sondervereinbarungen und alleinige Spezialrabatte, die nur auf eine Seite zugeschnitten sind stets sinnvoll?
Wie immer, gibt es auch hier die berühmten zwei Seiten der Medaille.
Denn von Publisherseite ist es natürlich das Anliegen, stets einzigartig zu sein, etwas anzubieten, das andere nicht haben. Und gerne läßt sich der Merchant auch auf solche Vereinbarungen ein, hinsichtlich der dadurch erzeugten Publicity und der Umsätze, die meist signifikant kurzfristig steigen.
Das werden aber, meiner Meinung nach, erstmal Ausnahmen bleiben.
Denn wie sieht der Advertiser die Sachlage?
Hat er sich erst mal dazu entschlossen, diese Aktion zu starten, will er natürlich auch, dass das ganze so schnell wie möglich im Netz und vor allem bei der gewollten Zielgruppe bekannt wird, was für ein super Angebot er doch hat. Und das funktioniert natürlich am besten dann, wenn jeder ohne Probleme an diese Codes und Vergünstigungen rankommen kann. Und das geht am einfachsten, durch die Verbreitung von allgemeinen Gutscheinen und Codes. Und auch wenn es “unsittlich” ist: dem Merchant kann es nur recht sein, wenn Publisher diesen Code auch von anderen Seiten übernehmen. Dadurch entsteht ein Dominoeffekt, der kaum zu stoppen ist. Außer natürlich durch die zeitliche Begrenzung der Gutscheine.
Auch die Netzwerke haben dies natürlich schon längst erkannt. So gibt es bereits z.B. bei Webgains im netzwerkeigenen Blog eine Rubrik nur für Vergünstigungen. CJ verschickt extra Newsletter mit aktuellen Gutscheinen und Tradedoubler bereitet auch schon mal eine Exeltabelle vor, anhand dessen man viel einfacher eine Übersicht über die aktuellen Sonderaktionen bekommen kann.

Auch wenn die Fakten für solche Aktionen sprechen, haben es leider noch nicht wirklich alle Merchants dies verinnerlicht. Zu viele haben Angst davor einRisiko einzugehen, weil vielleicht die Gutscheine überhand nehmen. Einige wiederum beharren auf ihren Standpunkt, ihre Produkte auch ohne Incentives verkaufen zu können, monieren aber am Jahresende wiederum die Verkaufszahlen.
Und noch ein, in meinen Augen negatives, Beispiel habe ich erst kürzlich kürzlich beim Programm von Caseking erlebt.
Hier wird ein Rabatt für die, ansonsten tadellose und gute, Produktpalette offeriert, die mich ein wenig an der Umsetzbarkeit und auch an der Logik zweifeln lässt.
Denn der Merchant bietet 3% Rabatt auf die Produkte an, wenn der Publisher auf 3% seiner Provision verzichtet.
Und das ganze beschränkt auf 5 Tage.
Seitens des Merchants bestimmt ein gutes Geschäft: Er legt einfach die Rabattierung auf die Provision des Publishers um.
Rein rechnerisch bedeutet dies:
Bei einem Warenwert von 100 EUR bekam der Publisher 6,- EUR Provision, das Netzwerk 1,80 EUR
Ergibt 7,80 EUR
Bei der Rabattaktion zahlt der Kunde 97,- EUR, der Publisher bekommt 2,91 EUR und das Netzwerk 0,87 EUR
Ergibt 3,78 EUR / Hochgerechnet auf 100 EUR Einkaufswert wären das 3,90 EUR Ausgaben.
Ich habe nicht wirklich das Gefühl, dass hier ein Mehrwert für den Publisher erzeugt wurde und außer für den Merchant und dem Kunden ist das ein Verlustgeschäft für Publisher und Netzwerk.
Und noch eine Frage steht im Raum: ist eine 3%-ige Rabattaktion bei einem Anbieter, der hochwertige Waren aus dem Bereich Computer anbietet und einen gefühlten durchschnittlichen Warenkorbwert von 80-120 EUR hat wirklich eine reizvolle Angelegenheit?

Wie gesagt: Rabatt- und Gutscheinseiten sind mehr denn je im Kommen, und das Jahr 2009 wird für sie sehr sehr ertragreich. Auch wenn sie mit “Gutscheindieben” sich herumschlagen müssen wird doch jeder seine Schäfchen ins trockene bringen können. Und trotz, dass sich einige Programmbetreiber noch nicht mit dem Gedanken an starke Rabattaktionen im Affiliate Marketing anfreunden konnten, zeigt doch die Mehrheit der Advertiser genug Weitsicht, die wirtschaftliche Problematik für sich zum Vorteil wenden zu können.

5 Antworten to “2009 – Ein Jahr für Gutscheine?”

  1. wasif sagt:

    Hi Tibor

    Ich glaube nicht, dass der Gutscheinboom mit der Wirtschaftkrise zusammengehangen hat. Denn aktuell geht es den Leute doch viel besser, dennoch ist der Boom noch weiter gewachsen. Ich glaube das hängt einfach damit zusammen, dass das Onlineshopping von Jahr zu Jahr einfach populärer wird und man merkt, und wenn man dann merkt, dass man beim Einkauf sparen kann. Dann ist das eben kein großer Aufwand, mal einfach kur über Google nach einem passenden Gutschein zu suchen.

  2. Kai sagt:

    Das Thema ist auch 2012 noch nicht abgedroschen, bzw. 2013. Wir hoffen mit unserer neuen Gutscheinseite auch auf Erfolg. Die Konkurrenz ist aber hart, das ist klar.

  3. admin sagt:

    Hallo Bernd,
    immer wieder begrüße ich neue Gutscheinseiten bei mir sehr gerne!
    Vielleicht hast du sogar bei meinem nächsten Projekt, über Gutscheine mitzumachen?
    Melde dich einfach!
    Bis dahin noch viel Erfolg mit deiner Seite.

  4. Bernd sagt:

    Natürlich gibt es imemr wieder neue Gutscheinseiten, aber leider verwaisen auch viele wieder nach einer relativ kurzen Zeit. Tägliche Updates sind eher die Ausnahme. Ich hoffe mein Gutscheinblog wird immer täglich aktuelle Gutscheine liefern :-).

  5. Sabine Rode sagt:

    Ein weiteres Problem aus Sicht der Merchants ist die Zuordnung der Effizienz von on- und offline Marketing Kanälen auf Basis publizierter Gutschein-Codes. In Printmedien veröffentlichte Gutscheine werden kurzerhand auch in Gutschein-Seiten eingestellt, wodurch die Auswerbarkeit der Printkampagne vor den Merchant verwässert wird.

    Eine direkte Kooperation mit der Agentur oder dem Merchant ist daher immer zu empfehlen!

    Gruß,
    Sabine Rode – ein Gutschein-Seiten Newbie ;-)

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